November. Lusaka, Sambia.
Die Hitze steht wie ein Schleier über dem Rollfeld des internationalen Flughafens. Aus der Ferne kündigen dunkle Wolken die nahende Regenzeit an. Für Buschpiloten ist dies eine der anspruchsvollsten Jahreszeiten. Für uns gibt es jedoch keinen besseren Zeitpunkt. Irgendwo im Norden Sambias bereitet sich eines der spektakulärsten Naturschauspiele unseres Planeten vor.
Millionen von Straw-coloured Fruit Bats (Eidolon helvum) ziehen jedes Jahr in den Kasanka-Nationalpark. Für wenige Wochen versammeln sie sich auf weniger als einem halben Quadratkilometer Wald im Kasanka Nationalpark.
Am nächsten Morgen übernehmen wir unsere Cessna 182.
Eine Flugsafari lebt von Freiheit – und von sorgfältiger Planung. Abseits internationaler Flughäfen ist in Sambia Flugbenzin selten. Dass unsere Reise dennoch gut klappt, verdanken wir der Logistik von Muntu Air. Immer wieder öffnet sich an kleinen Airfields eine Hangartür, hinter der ein Fass Avgas auf uns wartet.
Das erste Ziel - Kafue Nationalpark
Schon aus der Luft wirkt der Kafue-Nationalpark endlos. Der mächtige Kafue-Fluss windet sich wie ein silbernes Band durch die Savanne. Dazwischen liegen trockene Ebenen, verbrannte Grasflächen und dunkle Miombo-Wälder. Wochen ohne Regen haben ihre Spuren hinterlassen. Viele kontrollierte Feuer und Buschbrände haben die Landschaft geschwärzt.
Chunga (FLCU) liegt mitten im Kafue Nationalpark. Die Lodge außerhalb erreichen wir per Boot. Während die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwindet, gleiten wir lautlos über den Kafue. Flusspferde tauchen auf, Elefanten trinken am Ufer und Fischadler warten auf Beute.
Ranger und speziell ausgebildete Anti-Poaching-Einheiten patrouillieren im Park. Eine Savannah und ein Bell Jet Ranger unterstützen sie im Kampf gegen Wilderei.
Nach Norden zum Kasanaka Nationalpark
Je weiter wir nach Norden fliegen, desto dichter werden die Wälder.
Der Airstip im Kasanaka Nationalpark, Mulembo (FLMQ) ist sehr schmal und eng von Bäumen und Büschen eingesäumt. Nichts deutet darauf hin, dass sich hier jedes Jahr eines der größten Naturereignisse Afrikas abspielt.
Kurz vor Sonnenuntergang fahren wir zu den Schlafbäumen der Flughunde. Aufdringliche Tsetsefliegen begleiten uns. Doch plötzlich richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf etwas anderes. Am Horizont steigt eine gewaltige Rauchwolke auf.
Ein Buschbrand frisst sich durch den Wald – ausgerechnet in Richtung der Beobachtungsplattform. Der Ranger vermutet Brandstiftung durch Wilderer. Wir brechen den Versuch die Beobachtungsplattform zu erreichen ab.
Drei Uhr morgens am nächsten Tag
Es ist noch vollkommen Dunkel. Das Feuer ist in der Nacht weitgehend erloschen. Rauch liegt über der Ebene und zwischen den Bäumen.
Dann beginnt langsam der Morgen. Zunächst erscheinen einzelne Silhouetten, wenig später werden daraus Hunderte, dann Tausende. Von allen Seiten strömen Flughunde über den Wald. Das gleichmäßige Schlagen unzähliger Flügel erfüllt die Luft wie das Rauschen eines Wasserfalls. Die Tiere ziehen über unsere Köpfe hinweg und verschwinden zwischen den Baumwipfeln. Es sind Millionen.
Am Abend erleben wir den umgekehrten Moment.
Wie schwarze Schatten steigen die Flughunde aus dem Wald auf. Minutenlang verdichtet sich der Himmel zu einer lebenden Wolke aus Millionen Flügeln.
South Luangwa Nationalpark
Unsere Reise führt weiter Richtung Osten in den South Luangwa Nationalpark nach Kapamba (KLKapa).
Schon im Anflug sehen wir Elefanten im trockenen Fluss. Löwen räkeln sich im Schatten der Leberwurstbäume und Giraffen genießen deren Früchte. Flusspferde tummeln sich in den wenigen verbliebenen Tümpeln. Unter eine grosse Gruppe Nimmersatt hat sich ein Pelikan verirrt. Schließlich begegnen wir einem der seltensten Raubtiere Afrikas – den Afrikanischen Wildhunden
Am Abend wird das Dinner mitten im trockenen Flussbett serviert. Rot versinkt die Sonne hinter den Wolken am Horizont. Über uns spannt sich ein Sternenhimmel, wie er nur fernab jeder Zivilisation zu sehen ist.
Der Regen kommt
Wir nehmen Abschied von Sambia.
Als unsere Airlink-Maschine Kurs auf Johannesburg nimmt entladen sich die ersten Gewitter über Sambia.
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